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April 2026 - Ein Schnäppchen bei Lidl ??
..... oder eine Fehlkonstruktion ?

Im April 2026 gab es bei Lidl wieder den Hochdruckreiniger von Parkside-PHD-170-D2. Vermutlich war er beim ersten Sonder- angebot für 99.- Euro "soooo sehr" gefragt, daß am Ende viel zu viele übrig geblieben waren.

Unser fabrikneues und noch original zugeklebtes Exemplar Parkside-PHD-170-D2 (gekauft am 8.4.2026) ist aus der Januar 2025 Produktion, hat also über ein Jahr im Lager bei Lidl verbracht.

Und unser Modell bzw. Exemplar ist vermutlich ein Ausreißer oder doch eine Fehkonstruktion und deshalb so sensibel beim Verkauf ?.
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Die Grundkonstruktion des Hochdruckreinigers ist leidlich akzeptabel - nämlich peiswert. Zu handhaben ist der Reiniger sogar von weniger bewanderten Mitbürgern oder sogar von unseren Frauen.

Problematisch wird es, wenn irgend etwas nicht so funktioniert wie es sein sollte.
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Unser Exemplar leckt schon bei ganz normalem Wasser-Zulauf - also defekt ??

Unser (Regen-) Wasser-Vorratsbehälter ist eine volle 200 Liter Wassertonne, in der das Wasser nur ca. 1m hoch steht. Das bedeutet, der Wasserdruck im Zulauf-Schlauch - angeschlossen ganz unten aus der Tonne - ist mit 0,1 bar deutlich geringer als der aus jedem Hauswasserhahn mit ca. 6 bar.

Doch aus dem Hochdruckreiniger tröpfelt und fließt bereits das Wasser raus, egal, ob ich jetzt mit Motorkraft hochdruckspritze oder den Motor abgeschaltet habe. Vor außen ist aber nichts zu sehen. Also muß es innen drinnen sein.
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Auf Rückfrage sagte man mir damals bei "Grizzlytools.de" bei einem anderen Lidl-Parkside Produkt, ich solle es einfach zurück schicken, das würde dann entsorgt und ich bekäme ja in neues Teil. --- UND genau das wollte ich eben vermeiden, sogar auf meine eigenen Kosten und auf meine Zeit. Es ist eine Umweltschweinerei ersten Grades, die kaputten Dinger vor Afrikas Küste im Meer versenken zu lassen, weil sie hier bei uns nicht mehr repariert werden (können ???).
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Die 12 Schrauben verzinkt und teilweise V2A
eine gesunde low-cost Konzeption
hier schaut die Dichtung raus
deutlich zu erkennen

Das Öffnen ist nicht trivial aber möglich

Es tropft aus der unteren Abdeckung der kleinen Kammer des Zulaufes zum Hochdruckteil, einer geriffelten massiven dreickigen Alu-Guß-Abdeckung mit zwei Inbusschrauben.

Das Zulauf-Wasser "fließt" inzwischen mehr als daß es nur "töpfelt".

Zum Betrachten des Schadens muß man die schwarze Aufwickeltrommel des Druckschlauches mit dem Druckschlauch (Seegering) sowie später die eine dicke Inbus-Befestigungsschraube des Kompressor-Motors (von hinten ganz unten) entfernen. Also mehrere Inbus-Schlüssel sollten auch vorhanden sein.

Die Gehäuseschrauben sind alles Kreuzschlitzschrauben, die sich mit einem Akku-Schrauber leicht entfernen lassen. - Die 8 oder 10 Schrauben der großen grünen Gehäusehälfte, der Front, sind teilweise sehr tief versenkt. Dazu benötigt man dann doch einen recht langen Kreuzschlitz-Schraubendreher.

Dann kann man den Motor mit dem angeflanschten Kompressor leicht abwinkeln und es ist sofort ganz offensichtlich, da schaut ein Teil einer Gummi-Dichtlippe aus einem Ritz hervor.
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Anfänglich bin ich einem Irrtum aufgelaufen - diese Dichtung "sei" es

Nach dem Abschrauben der beiden schwarzen Inbus-Schrauben halte ich diesen kleinen aber massiven Alu-Guß-Deckel in der Hand. Der Dichtring aus schwarzen Rund-Gummi ist an einer Seite über einen (vermeintlich) zu großen Spalt nach aussen herausgedrängt (raus gequetscht) worden.

Aha, das wäre also der Fehler. jedoch auch mit einem neuen Gummiring, der sich zufällig bei meinen (Reserve-) Sanitär-Teilen auffinden ließ, - und nach dem sorgfältigen Zusammenbau - lief schon wieder das Wasser aus dem Teil raus.

Das war es also gar nicht. Der Abstand des Deckels zum Gehäuse ist an einer Seite arg knapp, der Deckel verkantet sich beim Zuschrauben, zwar nur ganz wenig, aber vermeidabr. - Durch Auffeilen der Nut (im Bild rechts) wurde diese Verkantung jetzt behoben. Jetzt klemmt an dieser Stelle nichts mehr.
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Nach erneutem Zuschrauben - es läuft immer noch Wasser raus

Es war leider "unerfolgreich" - es war also weder die evtl. zu dünne Gummidichtung noch die etwas nachlässige schräge Verschraubung des Alu-Deckels, es muß etwas Drittes sein, da immer noch Wasser aus dem Deckelrand austritt - herausrinnt.
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Ein Paß-Test ohne Dichtung ergibt :

Die am Gehäuse sitzenden beiden angegossenen Auflagen (im Bild der rote Pfeil zeigt auf das Innengewinde) sind einen halben Millimeter zu hoch.

Der Deckel kann gar nicht dicht abschließen, weil auf die Gummidichtung gar keine Kraft (kein Druck) ausgeübt wird. Selbst eine etwas dickere Dichtung verbleibt immer noch undicht, weil der Deckel gar nicht richtig schließt, egal, wie fest man die beiden Schrauben anzieht - ein Konsruktionsfehler - oder eine zu geringe Toleranz - oder ein Fehler der Alu-Druckguß- Maschine in China - und das vermutlich bei allen Kompressorgehäusen dieser Produktion oder dieser Serie.
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Es ist definitiv ein Fertigungsfehler

Die beiden eingekringelten Flächen sind um wenige 10tel Millimeter zu hoch und so liegt der massive Alu-Deckel bereits auf diesen Flächen auf, bevor er den Dichtring auf den Gehäuserand drückt. Da hat der Konstrukteur der Druckguß-Formen einfach zu wenig Toleranz (oder Reserven) oder einen zu geringen Abstand eingeplant.
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Wie kann man das prüfen ? Ohne die eingelegte Gummidichtung merkt man es sofort, der Deckel wackelt über Eck .....

Der verwindungsfreie massive Alu-Deckel wippt über diese beiden Auflagen der beiden Innengewinde (roter Pfeil). Also egal, wie fest man die beiden Schrauben anziehen würde (Achtung : Alu-Gewinde), dieser Deckel auf diesem Gehäuse würde nie dicht abschließen. Diese beiden Auflagen müssen jeweils etwa 1/2 mm niedriger abgefeilt bzw. abgefräst werden.
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Sehr schwach - Diese Pumpe ist in China nie getestet worden !
Die Qualitätskontrolle hat total versagt ....... das ist Mist !

Fazit: Die Qualitätskontrolle in der Produktion in China hat gänzlich versagt. Das ist der berühmte China-Müll, den wir jetzt entsorgen würden oder müssten - oder ihn einfach nur reparieren.

Das Abfeilen der beiden Auflagen mit den Innengewinden ist sicherlich mühsam - mit einer Dremel Handfräse geht es besser. Dennoch die Kernfrage : Aber wie lange können wir es uns noch leisten, solche Geräte einfach zu entsorgen, weil sie (angeblich) irreparabel "seien"?

Der Einblick in das Kompressor-Pump-Aggregat macht einen durchaus vernünftigen langlebigen Eindruck. Auch das Krümel- und Schmutzfilter im Wasser-Eingang ist sehr gesund. Es sind die Kleinigkeiten, an denen es immer wieder hapert.
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Jetzt werden diese beiden Stellen am Gehäuse niedriger gefeilt oder geschliffen oder gefräst, bis der Deckel (und zwar testweise ohne Gummiring) plan und wackelfrei (wippfrei) auf der Gehäusekammer aufliegt.
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Hier die zwei kritischen Stellen - die in Bearbeitung sind

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Diese Auflage 1 ist bereits abgefeilt
hier ist es sehr eng, zu eng

Am Deckel sollte man nichts verändern

Im Deckel gegenseitige Auflage 1
Im Deckel gegenseitige Auflage 2

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Der Alu-Guß-Deckel muß absolut plan auf der Ansaug-Kammer des Pumpen-Gehäuse aufliegen, sodaß die Gummi-Dichtung auch funktionieren kann. Solange, wie der Deckel über Eck wackelt, schließt er nicht - mit oder ohne Gummidichtung. In dieser Ansaug-Kammer ganz unten im Inneren des Pumpen-Gehäuses haben wir noch keinen Hochdruck - eigentlich so gut wie gar keinen Druck (0,1 bar), der hohe Druck entsteht in dem anderen darüberliegenden Teil des Pumpen-Gehäuses.
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Das abgeschraubte Gehäuse muß zum Feilen oder Fräsen fest geklemmt sein

Damit diese beiden angegossenen Innengewinde oben drauf plan abgeschliffen oder abgefeilt werden können, ist das Gehäuse mit einer Spannzange / Schraubzwinge fest auf einem Tisch befestigt.
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Die kleine DREMEL Fräse mit Fäseinsatz

An diesen 6 Stellen innerhalb der Ansaugkammer habe ich die scharfen überstehenden Ecken abgefräst. Hier muß man mit der Fräse extrem aufpassen, denn, was weg ist ist weg - und nicht mehr zu reparieren. Der kleine Fräser aus Hartmetall schruppt die ALU-Wände weg wie nix. An den Fotos sieht man, daß ich da bereits grenzwertig gefäst habe.
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Ausserhalb der Ansaugkammer habe ich an diesen zwei Stellen etwas weggefräst und dazu die Oberfläche des gesamten Dreiecks plan gefeilt

Die originale Gummidichtung habe ich wieder sorgfältig in die Rille im Deckel eingelegt .....

..... und die Ansaugkammer zugeschraubt.
Ergebnis : Die Ansaugkammer ist jetzt dicht

Noch ein paar Eigenschaften der Technik :

Die Grundkonzeption dieses Hochdruckreinigers ist vernünftig und gesund. Der Motor treibt eine Stahlscheibe an, die auf einer Seite exzentrisch überhöht ist - auch Taumelscheibe genannt.

Auf dieser schiefen Scheibe reiben (taumeln) 3 Stahl-Stößel (es sind Kolben mit sehr kräftigen Spiralfedern) in einem geschlossenen Ölbad, die rundherum 3 Rückschlag-Ventile öffnen und das Wasser aus der Ansaugkammer in den Hochdruck-Bereich hochpumpen (ansaugen). Und deshalb sollte der Reiniger ausschließlich senkrecht betrieben werden.
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Der Motor ist (nur) luftgekühlt - im Gegensatz zu Profigeräten. Damit ist die Laufzeit im Hochsommer nicht unendlich. Spätestens nach 30 Minuten sollte man eine Pause einlegen.

Das zulaufende bereits in der Wassertonne grob gefilterte Wasser wird am Zulauf-Schlauch der Maschine nochmal durch ein ausreichend feinmaschiges Rund-Filter in die Ansaugkammer gedrückt. Ob dieses System auch aus tiefer liegenden Tanks das Wasser "ansaugen" kann, haben wir nicht probiert.

Die Funktion der Hochdruck-Pumpe im Detail laut Internet :
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  • Ansaugphase: Der Motor treibt eine sogenannte Taumelscheibe an, die drei Kolben in einer rotierenden Bewegung auf und ab bewegen. Bei der Abwärtsbewegung wird Wasser durch das Einlassventil in den Kolbenraum gezogen.
  • Kompressionsphase: Bewegt sich der Kolben durch die massive Spiralfeder wieder nach oben, schließt das Einlassventil, und das Wasser wird verdichtet.
  • Auslassphase: Durch den hohen Druck öffnet sich das Auslassventil, und das Wasser wird in den Hochdruckschlauch und weiter zur Lanze gepreßt.
  • Der zusätzliche Druckschalter: Wird die Pistole geschlossen, steigt der Druck, und ein Druckschalter schaltet den Motor automatisch ab, um Energie zu sparen.

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Das alles funktioniert sehr gut und ist für diesen Preis auch hinreichend langlebig. Die drei Kolben haben in dem Pumpen- gehäuse eine Dauerschmierung im geschlossenen Ölbad.

Auch die anderen Komponenten sind für eine akzeptable Lebensdauer ausgelegt und dem Preis von 89 Euro angemessen. Wir dürfen da keine Wunder erwarten.
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Verrückt ist nur, daß überprüfte Rückläufer dieses Produktes im Internet für 110 Euro + Fracht angeboten werden.
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Natürlich war der Aufwand erheblich ......

..... weil ich das zum ersten Mal gemacht hatte. Auch gescheite Fotos und deren Nachbear- beitung kosten Zeit. Doch wenn ich mir die Rettung der Welt (unserer kleinen heilen Welt in Wiesbaden- Bierstadt) auf die Fahnen geschrieben habe, kann ich nicht nur mit Sprüchen ankommen. Und es werden noch mehrere solcher Seiten kommen.
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Übrigens : Ganz oben links unter dem Punkt von www.werweis - das ist die anfliegende Buschtrommel - die die "Erkenntnis" mit im Gepäck hat.
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