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Der Abweichler in der SPD ist eigentlich eine Art von Verbrecher oder ?

Das Wort "Abweichler" ist absolut geringschätzig, destruktiv und negativ.
Wirklich, niemand kann mir nachsagen, ich wäre der SPD sehr verbunden oder ich würde deren Ideen im Einzelnen oder im Ganzen gut finden oder deren Tun begeistert beklatschen. Bisher jedenfalls habe ich eher eine tendenziell der CDU oder CSU nahe (manche nennen das auch eine konservative) Meinung vertreten.

Was sich aber die Presse (eigentlich die Medien an sich) und auch diese Partei da leisten, ist unglaublich, einfach absolut katastrophal.

Da besitzen doch tatsächlich Bürger, also Menschen und Parteimitglieder der SPD, Abgeordnete des Bundestages, das sind also vom Volk gewählte Vertreter, die Frechheit, eine eigene "abweichende" Meinung zu haben.

Und dann vertreten Sie diese auch noch standhaft gegen die überwältigende schweigende (vielleicht auch dumme, auf jeden Fall feige) Mehrheit der Parteisoldaten; wie fürchterlich. Und das sogar in der SPD. Alleine das ist schon unglaublich.

Doch dann kommt der Hammer.

Und dann nennen die eigenen Kollegen aus der SPD diese Parlamentarier demagogisch abwertend einfach nur "Abweichler", anstelle sie begeistert zu loben. Und die Presse versäumt keinen Bericht (Wiesbadener Kurier), keine Schlagzeile, keine Tagesschau oder andere Nachrichtensendungen, ohne daß über die "Abweichler" live und vor Ort gesendet bzw. geschrieben wird. Die "Abweichler" werden gefragt, fast schon hinterhältig befragt, ja richtig gedrängt und gehetzt, um irgend eine (unüberlegte) Aussage zu machen und sei es eine noch so triviale oder nichtssagende Aussage.

Das ist doch die Vorverurteilung im wahrsten Sinne des Wortes, denn das Wort "Abweichler" ist absolut geringschätzig, destruktiv und negativ. Das war irgendwann im September 2003 und eine der beschämensten Stunden und Tage für die SPD wie auch für die Medien aus meiner Sicht. Die Medien machen es (fast alle) um der "super" Story willen, die gefügigen Parteisoldaten um der Macht willen, das ist doch alles ziemlich verlogen.

Als dann kurz darauf auf Drängen der Roten, der Grünen und des Zentralrates der Juden (Zitat aus der ZDF Heute Sendung) die CDU Führung auch noch die opportunistische Kertwendung in Sachen Hohmann nach 3 Wochen des Zögerns und des Wissens gemacht hat, seitdem ist für mich eines klar.

Auf der politschen Bühne hat Ehrlichkeit, Redlichkeit, Standhaftigkeit und Rückgrat nichts zu suchen, oder gar eine eigene Meinung (igitt, wie scheußlich). Je biegsamer, verlogener und hinterhältiger, desto besser ?? Wirklich ??

Abgeordnete aller Art sollten doch zumindest die ihnen übertragenen Aufgaben und Interessen ihrer Wähler (wenn schon nicht die Interessen des Volkes insgesamt) wahr nehmen und vertreten. Die Parlamente sollten sich aus der Vielfalt der Abgeordneten eine (mehrheitliche) Meinung bilden und entscheiden. Von absoluter Parteiräson oder Parteigehorsam überhaupt steht nichts im Grundgesetz, im Gegenteil.

Auch von Fraktionszwang sprechen nur die Satiriker und Kolumnisten. Was ist die (oder eine) Partei-Meinung ? Wer macht die und wer hat Einfluß drauf ? Kennen wir das nicht nur noch aus dem tausendjährigen Reich sowie der Geschichte der DDR : Die Partei hat immer Recht. Oder aus der Kirche : Der Papst sei in seinem Urteil unfehlbar. Was für ein fataler Irrtum.

Facit :

Politiker sollten am besten immer ein (natürlich gutes deutsches) Fernglas mit sich führen, weil die Fahne mit der "richtigen" Windrichtung (Meinung) manches Mal ziemlich weit weg sein kann.

Und dennoch :
Also es gibt sie noch, die Politiker mit Rückgrat, zwar in der falschen Partei, aber es gibt noch ein paar davon. Leider ein sehr verschwindend kleines Häufchen.

Diese beiden Schlüsselerlebnisse sind eigentlich vom Thema her weit voneinander entfernt, aber zeitlich so nah bei einander, daß es einen aufhorchen lassen sollte, was da wirklich passiert ist.
 
 
26. September 2005

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