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PISA stimmt (leider)

Nachdem ich mich ca. 1990 eigentlich zu der Entscheidung durchgerungen hatte, keine Auszubildenden mehr einzustellen, habe ich diese Entscheidung immer wieder auf den Prüfstand gestellt. Die Erfahrung damals war sehr "durchwachsen". Man könnte es auch wesentlich drastischer formulieren oder einen anderen zeitnahen Sprachgebrauch wählen.

Inzwischen behaupte ich seit Jahren, daß wir in Deutschland bestimmt . . . . . . . .

. . kein Quantitäts-Problem, sondern ein Qualitäts-Problem . .

. . . . . mit dem Nachwuchs haben.

Eigentlich ist es allen bekannt, doch keiner traut sich, mit dem Finger drauf zu zeigen.

Wenn bei einer Ausleseprüfung einer deutschen Bank gleich mehrere Bewerber "Bangkaufman" schreiben, dann fällt dem Ausbilder natürlich die Kinnlade runter. Und wenn das alles Abiturienten waren, dann fällt mir dazu auch noch "ein Ei aus der Hose". Und wenn eine größere Bank (ca. 550 Mitarbeiter) in 2003 für 24 Lehrstellen ca. 100 Bewerbungen bekommt und davon nur 4 einstellt, was will uns das sagen ?

Inzwischen können "nahmhafte" große Frankfurter Banken Ihren Bedarf an Lehrlingen nicht mehr decken, weil das Niveau so erschreckend niedrig ist. Und sie sind vielleicht sogar dankbar für das gelieferte Argument. Eine Ausbildungsabgabe, also eine neue verkappte Steuer, ändert daran überhaupt nichts. Das ist reine populistische Mache oder Makulatur aus der Gewerkschaftsecke.

Wir lesen es täglich

Ich schlage irgend eine Ausgabe unserer beiden Wiesbadener Tageszeitungen auf und lese dort wortwörtlich:

  •     .... in der Straße, in der wo .... ,
  •     .... die Leute, die wo.... ,
  •     .... alle Autos, wo über den Platz fahren ....
  •     .... das Handy, wo ich mir gekauft habe... " usw.
  •     .... gestern, wo ich im Fernsehen das und das gesehen habe . .


Und dann noch die "Stundenkilometer"
, und das alles ging von "dpa" an alle deutschen Zeitungen, wurde also erfolgreich verbreitet. Das steht da schwarz auf weiß, wirklich, ich habe die Artikel teilweise ausgeschnitten und aufgehoben. Das kann ich jetzt viele Seiten lang auflisten. Mir jedenfalls sträuben sich dann die Haare.
.

Wir haben das noch anders gelernt,

Laut Duden ist das "niedere Umgangssprache", und auf unserem Schulhof in der Wiesbadener Oranienschule hieß das damals - das sei dummes "Gassen Gebabbel", die "Sprache der Blöden".

In dem weiter oben angeführten Beispiel mit dem "Bangkaufmann"
wurden in der besagten Fernseh-Magazin-Sendung (irgendwann in 2002, ob es Monitor, Panorama  oder Plus-Minus war) weitere Beispiele angeführt, die den Ausbildern das Grausen ins Gesicht schrieben.

Auch mit dem berühmten Dreisatz aus der Algebra (ein Apfel kostet ein Euro, was kosten drei) haperte es bei über 80% der Lehrstellen- Bewerber. Und ein großer Teil davon hatte Mittlere Reife oder Abitur. Von "Mathematik" traute sich keiner der befragten Ausbilder und Prüfer auch nur zu sprechen, man dürfe ja inzwischen sowieso nur noch Grundkenntnisse prüfen.

Auch die Analyse (nach 2001) des Versagens vieler kleiner deutscher Dotcom Startup-Firmen an der Börse und im täglichen Leben hatte ergeben, daß eine gute Idee noch lange nicht ausreicht, wenn man sonst nur Porsche fahren und Sekt trinken kann.

Originaltext:
Von üppigen Gelage in Bars und Nobelrestaurants und wilden Parties der Belegschaft war da die Rede, und ein Analyst wurde mit der Aussage zitiert, die Firma xxxxyyy wäre nach den Regeln der drei Cs geführt worden: "Champagner, Caviar und Concorde".

Weiter lese ich in der FAZ: Ein bißchen Kopfrechnen hätte bei vielen Jungunternehmern wahre Wunder bewirkt, so die Professoren von der Frankfurter UNI. Nachzulesen ist das alles in der FAZ, im Focus und im Spiegel, sicher in unterschiedlichen Ausgaben, aber sonst fast ein Gleichklang der Ergebnisse.

Und von der komischen Rechtschreib-"Reform" schreibe ich später noch.

Das haben wir von den Amerikanern gelernt: Wenn ein technisches Gerät die selbst gesetzten Vorgaben (Spezifikationen=specs) nicht erfüllt, dann wird nicht etwa das Gerät verbessert, nein, die "specs" werden herabgesetzt, jedenfalls meistens.

Zum Glück gibt es Ausnahmen wie z.B. Cisco und andere uns bekannte Firmen.

Nur, dieses Grundprinzip läßt sich bei der Rechtschreibreform ganz deutlich erkennen. Wird das Niveau für Deutsch auf dem Gymnasium oder in der Gesamtschule nicht mehr erreicht, na dann erlauben wir eben die Fehler als jetzt ganz normal.

Das ist halt "was für die Blöden", die jetzt also auch alles richtig schreiben und sprechen. Ob uns diese Art der schulischen Förderung weiter bringt ? Jetzt in 2005 wissen wir, es geht systhematisch abwärts, selbstgemacht abwärts.

Die Buschtrommel sagt für die meisten UNIs in Bayern : Abitur aus Hessen ? Nein Danke - Gleich weiter zur erneuten Aufnahmeprüfung und ohne weitere Anhörung.

Hört denn das keiner ?

01. July 2005

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