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Es ist April 2020 und eine 3/4 Seite in der Tageszeitung

Irgendwo wohnen und bohren immer noch die Anhänger eines (irgendwann in ferner Zukunft) wiederauferstandenen Walhalla Event-Zentrums mitten in der Wiesbadener Altstadt. Inzwischen wissen wir ja, daß Wiesbaden in absehbarer Zeit autofrei werden möchte und daß die Besucher aus den Vororten und den umliegenden Städten mit den Bussen, den Bahnen und dem Fahrrad und natürlich mit dem Tretroller (sorry, dem Akku-Roller natürlich) zu Hunderten nach Wiesbaden Innenstadt kommen "dürfen" oder sollen.

Seit der Corona Krise wird dieser idelogische Weg aber etwas unter der Decke gehalten, weil die Plausibilität enorm zu wünschen übrig läßt. Die Feinstaubmessungen haben übrigens - ganz fataler Weise - keine Veränderung (= Reduktion) der Meßwerte ergeben - trotz des fast völlig zum Erliegen gekommenen Individualverkehrs. Das war also auch ein ideologisch angehizter Schmarren. Jetzt sollen also die Bürger und Menschen mit etwas (mehr) Abstand das Leben geniessen.
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Jetzt zu dem Artikel ...

Am 14. April 2020 erschien also wieder ein recht großer Artikel im Wiesbadener Kurier, der Zeitung der Landeshauptstadt. Frau Birgitta Lamparth schreibt, daß dieser "Kulturtempel" wieder "auf dem Prüfstand" steht und man "neu denken" solle oder wolle.

Genau das empfehle ich seit Jahren, neu nachzudenken und die religiös ideologischen Scheuklappen abzulegen. Sicher ist das im Wiesbaden des Jahres 2019 und auch wieder in 2020 ganz besonders schwierig, weil wir ja das neue Rhein-Main-Hallen Congresszentrum mit über 250 Millionen Euro auch fast in der Innenstadt "bekommen" haben und dazu einen AWO Skandal (deutlich SPD nah) mit extremen millionenschweren Auswüchsen.

Auch der "Lorenzstrom" in der Wiesbadener CDU (also nicht der Fluß in den USA) ist immer noch nicht versiegt und plätschert (nein, strömt) munter und lustig weiter. In Wiesbaden könne sich "fast jeder" nach Lust und Laune bedienen, so der Artikel (oder war das nur eine böse Glosse?) in der FAZ. Übrigens hatte Professor Sinn das im März 2019 auch sehr ähnlich formuliert, aber für ganz Deutschland.
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Die Kultur-Szene sei in Raumnöten ... heißt es da

Die Kulturszene war bereits in 2003 bis 2007 in Raumnöten. Das ist also nichts Neues mehr. Und die Wünsche der Kulturschaffenden waren schon immer überdimensional. Die wissen alle, daß man 1 Million fordern muß, damit man 100.000 bekommt.

Unser aktueller Oberbürgermeister OB Mende (SPD) ist aber ein gestandener Handwerker, der mindestens im Hinterkopf realisiert hat - daß man der jungen Generation nicht noch mehr faule Eier ins Nest legen darf. Irgendwann wandern die nämlich aus und die mit diesen Wohltaten beglückten Rentner dürfen ihren gesamten auf Pump gebauten Mist selbst bezahlen (und dann auch wieder abreißen, siehe das R+V Hochhaus und die Stadtatobahnbrücke).

Die damals verantwortlichen Politiker sind mit völlig irren Pensionen im Ruhestand und sind nicht mehr zu belangen, sie leben nämlich glücklich und zufrieden mit diesem vielen Geld (4.500 Euro pro Monat sind für mich ein Haufen Geld) in der Karibik und kommen nur einmal im Jahr zu bestimmten Jubelfeiern mal nach Wiesbaden. Herr Achim Exner ist da nur eines der Beispiele, der uns die vielen ICE's "gebracht" hatte, von denen - vorhersehbar - jetzt nur noch einer den Wiesbadener Hbf anfährt..

Wir bekommen nämlich ein gespendetes einmaliges "Kunstmuseum" an exponierter Lage. Dieses Museum baut der edle Spender, der auch die Exponate spendet und die Stadt Wiesbaden "darf" es dann 20 Jahre lang mieten und vor allem 20 lange Jahre personell betreuen, mit lockeren mindestens 4 Millionen an Personalkosten im Jahr - natürlich plus der Miete. So ganz genau weiß man das hier bei den Bürgern noch nicht, aber gebaut wird schon. So manche Wahrheit kommt - wie immer - scheibchenweise raus, wenn das tolle Haus dann steht und man angeblich jetzt nicht mehr zurück kann.

Bei dem Verhökern dieses recht wertvollen Filet-Grundstückes an der Wilhelmstraße kam es zu millionenschweren Unregelmäßigkeiten, andere sprechen von brutaler Begünstigung samt Korruption in erheblichem Ausmaße. Auch das wurde wieder unter den Teppich gekehrt, man wolle ja den edlen Spender nicht vergraulen.
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Und wieder sind wir beim Walhalla-Geld

Auf dem Prüstand stehen also jetzt bereits absolut minimal geschätzte 30 Millionen Renovierungskosten, die dem späteren Mieter ein richtig schönes Haus aufbereiten, anbieten bzw. vorsetzen sollen. Der Mieter soll sich ja schließlich wohlfühlen.

Die brennendsten Fragen, wie die bis zu 500 Besucher dort hin kommen wollen oder sollen und dann spät Abends wieder nachhause kommen sollen, werden von den Beführwortern auch (also nach wie vor) unter den Teppich gekehrt, das Problem (wenn es denn überhaupt als solches erkannt wurde) wolle man "beizeiten" ausfindig machen und dann lösen. Weder wurde die Meinung der potentiellen echten Besucher (zum Beispiel der Kinobesucher nebenan) erfragt noch eine nur im Ansatz realistische Lösung skizziert.
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Ein Teil der Kosten dem Staatstheater "aufdrücken" ....

Das Wiesbadener Staatstheater braucht seit einigen Jahren (immer noch) dringend eine Ausweichspielstätte (weil eine Renovierung erfolgen muß), die aber auf keinen Fall 20 Millionen (und sogar nur anteilsmäßige) Kosten verursachen darf. Das Geld ist schlicht nicht vorhanden. Darum passiert da auch nichts. Jetzt mit Corona wird es finanziell ja noch enger mit den Einnahmen und den wöchentlich auflaufenden Kosten.
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Keiner der (Stadt-) Oberen traut sich mit der Wahrheit raus

Die im Rampenlicht der Wiesbadner Provinz-Funzeln oder -Fackeln (also nicht der großen hellen Bühnenscheinwerfer) stehenden Stadtpolitiker werden sich natürlich nicht die Blöße geben, "dafür" oder "dagegen" gestimmt zu haben. Das könnte je nach politischer Wetterlage fatal werden, jedenfalls bei der Auszählung der Stimmen.

Man sieht das auch bei der Diskussion über eine Wiesbadener (Schmalspur-) Stadtbahn, die in dieser Form auch unsinnig ist. Denn fast nur die Pendler über den Taunuskamm sind unser Verkehrsdichteproblem zu bestimmten Stoßzeiten, nicht die Opas und Renter, die in Wiesbaden zum Einkaufen und zum Doktor fahren. Die können nämlich gar nicht mehr mit dem Fahrrad fahren und viele auch nicht mehr mit dem Bus. Aber alle 4 oder 5 Jahre wählen dürfen sie immer noch. Und das wird hart.

Vor allem, die Rentner fahren bereits mit Tempo 30 auf unseren Stadt-und Schnellstraßen und darum brauchen wir auch kein flächendeckendes Tempo-30-Limit. Darum braucht ja diese Stadtbahn ein eigenes Gleisbett, damit sie doch etwas schneller als die Rentner fahren könnte. Doch was ist mit den Stadt-Bussen, die jetzt den Fahrradfahrern(innen) und nicht mehr den Autos hinterherzuckeln müssen ?????

Auch hier ist es auf einmal ganz ganz ruhig. Man will (auch diese) Entscheidung irgendwelchen (teuren) externen Beratern in die Schuhe schieben, damit das leicht verlogene eigene Getue nicht so auffällt - bei (oder bis zu) der nächsten Wahl. ...... Aber dann wird es gnadenlos durchgezogen, das rieche ich schon heute.
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Ein Spruch aus dem Berlin der 1912er Jahre

Unsere Oma mütterlicherseits war eine waschechte Berlinerin (geboren 1890) und erinnerte sich an die Zeiten vor dem ersten Weltkrieg in Berlin, so um 1912 bis 1914. Jeder zweite Slogan von kommunistischen Politikern war :

"Willst Du nicht meiner Meinung sein, dann schlag ich Dir den Schädel ein."

Und ab 1933 war es dann so weit, aber diesmal von den braunen Horden. Und seit Erdogans und Trumps Zeiten wird dieses Denken auch wieder populär, also dieser urdeutsche Slogan.
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Das war also die April 2020 Posse - mal sehen ...

Wir sind im Moment bereits bei garantierten mindestens 30 Millionen für die Renovierung, nicht mehr 14 oder 18 oder 26 Millionen und alles in Euro, nicht in Lira.
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