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Februar 2019 - Wichtig : Das Walhalla schläft nicht

Das Staatstheater - Eingang
hier von hinten

In unregemäßigen Abständen wurden in 2018 und werden immer wieder Artikel in die Wiesbadener Tageszeitungen lanciert, in denen der eine oder der andere den schleppenden Fortgang der Entwicklung in Wiederholungen darstellt und anregt, es müsse sich doch nun endlich etwas tun. Natürlich sind immer "die anderen" adressiert und gefragt.

In 2018 kam dann auch noch heraus, daß das Wiesbadener Staatstheater renoviert werden müsse, sogar erheblich renoviert und "man" dann das Walhalla als Ausweichbühne brauchen könnte. Soetwas gab es vor vielen vielen Jahren schon einmal, wobei aber - damals aus was auch immer für Gründen - beim Brandschutz mehrere Hühneraugen zugedrückt schienen und eine schwarze Klappe aufgesetzt bekamen.

Inzwischen hatte das zuständige Wiesbadener Ordnungsamt das Walhalla Gebäude insgsamt für jeglichen Besucherandrang geschlossen, man war anscheinend überrascht über den dort vorgefundenen wirklichen Zustand.

Als ich im November 2016 einen Einblick in das gesamte Gebäude von ganz unten bis ganz oben hatte, (ich kannte das Gebäude noch ganz gut aus der Zeit vor 40 Jahren), war ich perplex, daß diesen Zustand bis dahin niemand von unseren Ämtern realisiert hatte, also was da wirklich abging.
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Was hat das Walhalla mit der "Gorch Fock" gemeinsam ?

Dieses inzwischen ziemlich einmalige Segelschulschiff der Bundesmarine, für das ich mich durchaus begeistern kann, sollte "etwas" auf Vordermann gebracht werden. Vermutlich war "etwas" am Rumpf durchgerostet und das Schiff sollte in das Trockendock und "die paar" Flecken zugeschweißt bekommen. Veranschlagt waren 9 Millionen Euro, nicht DM !!.

Offensichtlich waren es aber nicht ein "paar kleine Löcher" im Stahlrumpf
, sondern mehrere Quadratmeter an viel zu vielen Stellen. Das "koste" nun doch etwas mehr, sagen wir mal, 40 Millionen Euro. Ach, da könnte man doch auch gleich mal die Kombüse, die Küche renovieren und den Hilfs-Motor und die Ruderanlage und die nautische Ausrüstung und die Funkanlage, - na ja, das wären dann vielleicht 90 Milionen Euro, immer noch keine DM.

Man muß bei diesen lapidaren Preissteigerungen tief in die Historie der uralten deutschen Firma Telefunken einsteigen, die bei uns im Tonbandmuseum ausführlich aufgearbeitet wurde. Dort wurden bundesdeutsche Militärprojekte auch nur über den Daumen kalkuliert, vom Ministerium mangels Wettbewerb genehmigt und dann einfach mal angefangen. Und reichte das Budget nicht aus, wurde nachgeschossen, so nennt man das. Und reichte das dann immer noch nicht aus, gab es irgendwo noch ein Budget und das wurde dann auch in das (finanzielle) Loch hineingekippt.

Also bei der Gorch Fock ist das sehr ähnlich gelaufen.
Irgendwie sind aber die Masten und die Verseilungen auch schon vom Wetter mitgenommen, die müsste man auch austauschen und die Winden und Winschen und die ............ - jetzt wären wir bei 130 Millionen Euro. Und somit hat es geknallt. Völlig überzogen, dafür gäbe es bereits ein völlig neues (Segelschul-) Schiff, sagen glaubwürdige Schiffsbauer aus Hamburger oder Nordeutschen Werften.
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Zurück zu unserem historisch - nostalgischen Walhalla Kino/Theater in Wiesbaden. Der Keller unten drunter ist seit über 50 Jahren marode, die Treppenhäuser sind (laut Brandschutz) zu klein (und würden so nie wieder genehmigt) und das Dach ist nur aussen ansehnlich, weil es mal neu mit (Kunst- ?) Schiefer gedeckt worden war. Innen ist es entkernungsreif, weil da nichts isoliert ist, im Gegenteil, die Wärme, die man unten im Saal erzeugt, rauscht hier sofort ungebremst nach draußen. Also energietechnisch wird das Gebäude so auch nie wieder genehmigt, es ist Verschwendung pur.

Und angefangen hatte das alles (bereits vor 2016)
mit einerm Vorschlag einer Gruppe von engagierten Nostalgie-Event- Freunden unter dem Namen "Walhalla-Studios", die in ihrer "Studie" publiziert hatten, man könne das Gebäude in diesem wunderschönen nostalgischen Zustand mit etwa 2 Millioen Euro betriebsbereit machen. Sie (es wären 7 oder 9 Partner) würden dann den Laden auch managen und betreiben.

Vorausgegangen war eine Erst-Besichtigung und eine Erst-Veröffentlichung eines (des) größeren bundesweiten Event-Location- Betreibers GOP, der sich für diese Räumlichkeiten interessiert gezeigt hatte und auch rudimentäre Vorschläge unterbreitet hatte.

Dort war bereits von über 10 Millionen Euro Investitionsbedarf die Rede.
Nach dem darauf folgenden Konkurrenzangebot der "Walhalla Studios" Initiatoren - von diesen nur 2 Millionen - wurden die Wiesbadener Stadtväter wach und ließen das nochmal prüfen und kamen aber recht schnell auf lockere 18 Millionen Euro, um das Haus herzurichten.
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Aus 18 Millionen wurden dann 24 Millioen Investitionsbedarf

Als dritter Interessent kam danach wieder das Wiesbadener Staatstheater ins Gespräch und schwups waren wir bei diesen 24 Millionen Euro, um zumindest den großen Saal und das Entree spielbereit zu machen.

Irgendwie waren aber auch das nur unausgegorene Träume, denn im Februar 2019 las ich in einen Artikel im Wiesbadener Kurier, daß man inzwischen - so über den Daumen - mit mindestens 30.000.000 (das sind 30 Millionen) Euro rechnen müsse.
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Die Wiesbadener haben aber beim Rechnen Nachholbedarf.

Unsere neue Rhein-Main-Halle, also das neue "Wiesbadener Kongresszentrum", war anfänglich auch mit nur erschwinglichen 88 Millionen veranschlagt und so der Öffentlichkeit und dem entsprechend eingelullten Stadtparlament zur Entscheidung vorgelegt worden. Und es wurde auch so genehmigt. Inzwischen wurde mehrfach nur mal grob nachgerechnet und je nach parteipolitscher Färbung kam man auf 215 bis 230 Millionen Gesamtkosten.

Wenn ich auf dieser so enorm fachlichen qualifizierten Grundlage den Walhalla-Bau betrachte
, werden es vermutlich über 50 Millionen Euro werden, die unsere Nachkommen zwangsweise berappen (abbezahlen) müssen, denn bestellt hätten die das ganz bestimmt nicht. Und reicht das dann immer noch nicht, werden eben die Hebesätze und Gebühren der dieversen Steuern wieder mal erhöht.
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Ist das Walhalla den Bürgern 50 Millionen wert ?

Übrigens sind nach mehr oder weniger offiziellen Zahlen (laut Tageszeitung) bereits 800.000 Euro für diverse Walhalla- Gutachten bezahlt worden. Bei der Gorch Fock sollen es laut Spiegel bereits mehere Millionen an Beraterhonoraren sein, die in dem 1.3 Milliarden Berater-Budget der Bundeswehr versteckelt wurden.

Ist es von den alten Männern im Stadtparlament rechtens, den jeweils nachfolgenden Generationen (eine reicht da doch schon nicht mehr) noch mehr Lasten aufzudrücken, die doch mit den Rheinmainhallen schon ungefragt genug an der Backe haben ?

Haben diese alten Männer im Stadtparlament
nicht gerade erst den Abriss des bereits damals völlig fehl plazierten Raifeisenhochauses leibhaftig mitbekommen und immer noch nichts daraus gelernt ?

Es muß an dem vielen Wasser des Wiesbadener Lorenz-Stromes liegen, das einfach nicht abfließen will oder vielleicht doch noch ?

geschrieben im Februar 2019.
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Die Wettervorhersage für das Walahalla

Es war einmal
und stand lange leer
und wurde immer kleiner
und war dann weg

Ich (und auch viele Freunde von mir) kann nur hoffen, daß die Stadt Wiesbaden dieses Projekt erst dann in Angriff nimmt, wenn ein seriöser, fachlich qualifizierter und auch finanziell potenter Betreiber gefunden wird. Ob es sich dabei um eine juristische Person (allermeist eine GmbH und Co. KG) oder eine natürliche Person handelt, sei dahingestellt. Aus meiner Sicht käme aber ein Chinese (siehe Flughafen Hahn) nicht infrage.

Nach bisherigen lancierten Geschichten aus anderen bundesdeutschen Städten
bei solchen von den Steuerzahlern gesponserten kulturellen Projekten machte nämlich der auserkorene Betreiber zum Ende der Renovierung weitergehende Ansprüche und Wünsche geltend, jeweils mit der Drohung, dieses Objekt dann doch nicht zu betreiben. Und schon wird wieder notgedrungen nachgebessert, also noch eine Million und noch eine Million nachgeschossen.

Und so steigen die Kosten in schwindelnde Höhen, die natürlich "keiner" vorausgesehen hatte. Die Vermutung, daß die Stadt Wiesbaden irgendwann auf einer wunderschöne renovierten Immobile sitzen bleibt, haben wir mit dem Rhein-Main Theater in Niedernhausen gesehen.

Dort hatte sich aber ein privater Investor verkalkuliert und das Projekt in den Sand gesetzt. Hier wäre es der Steuerzahler, der die ehemaligen Entscheider für dume Experimente nicht zur Rechenschaft vor Gericht bringen kann.

Das wieder abgerissene Raifeisen Hochhaus Taunusstrasse 1 müsste doch allen Entscheidern kräftigst zu denken geben.

Ich vermute, daß in solch einem Fall - wenn der potentielle Betreiber abspringt oder bereits vorab pleite geht - noch eine städtische Gesellschaft gegründet wird - wieder mit einem festangestellten Geschäftsführer für 250.000 Euro pro Jahr und diversen weiteren Angestellten, die dann mit mehr oder weniger Expertise "diesen Laden" über Wasser halten (sollen oder sollten).

Und am Ende wird sich herausstellen, daß an dieser Stelle mitten in dr Innenstadt dieses Konzept überhaupt nicht realisierbar ist und nie realisierbar war - für insgesamt dann 100 Millionen versenkte oder verbrannte Bürger-Euronen.
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